Auskunft über besonders gefährliche Chemikalien

Nehmen Sie Ihr Recht wahr: Als KonsumentInnen haben Sie jetzt ein Recht auf Auskunft über sehr gefährliche Chemikalien

 

Handelserzeugnisse - unter anderem Spielzeug, Textilien, Elektroartikel – können auch sehr gefährliche (gesundheits- oder umweltschädliche) Chemikalien enthalten, die zu Erkrankungen wie Allergien, Asthma, Diabetes, Krebs und Unfruchtbarkeit beitragen können.

Durch die europäische Chemikalienverordnung REACH haben Verbraucher die Möglichkeit, direkt beim Händler nachzufragen, ob ein Produkt mit „besonders besorgniserregenden Inhaltstoffen“ belastet ist. Die Händler müssen darüber innerhalb von 45 Tagen kostenlos Auskunft geben.

Über welche Stoffe muss Auskunft gegeben werden?

Eine so genannte Kandidatenliste mit "substances of very high concern" (SVHC) enthält Stoffe, die besonders besorgniserregende Eigenschaften haben. Dabei handelt es sich um Stoffe, die beispielsweise krebserzeugend sind oder um giftige Stoffe, die sich in der Nahrungskette anreichern und nur schwer abgebaut werden können.

 

Jeder Stoff der Kandidatenliste unterliegt der Auskunftspflicht, wenn er in einem Erzeugnis (im Produkt, das Sie kaufen können) in einer Konzentration von mehr als 0,1% enthalten ist. 

 

Die Kandidatenliste wird laufend erweitert. Die jeweils aktuelle Kandidatenliste können Sie direkt auf der Website der Europäischen Chemikalienagentur einsehen.

So bekommen Sie Informationen über gefährliche Stoffe

Um Auskunft darüber zu erhalten, ob ein Stoff aus der Kandidatenliste in einem bestimmten Produkt enthalten ist, müssen Sie lediglich eine Anfrage stellen - das kann vor oder nach dem Kauf sein. Sie haben dazu folgende Möglichkeiten:

  • Mündlich: Anfrage im Geschäft
  • Schriftlich: Sie können dafür den Musterbrief (siehe Infobox) verwenden. Geben Sie ihn beim nächsten Einkauf im Geschäft ab oder schicken Sie ihn per Post an den europäischen Hersteller des Artikels.
  • Online mittels Anfrage-Generator: Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hat mit Unterstützung des deutschen Umweltbundesamtes ein Online-Formular entwickelt. Nehmen Sie das fragliche Produkt zur Hand und geben Sie die Nummer unter dem Strichcode in das Formular ein. Der Anfrage-Generator erstellt und versendet für Sie dann automatisch eine Anfrage beim Hersteller .
  • Weiters ist auch eine App für Smartphones in Entwicklung, mit der man nur den Barcode des Produktes einscannen muss, um eine automatische Anfrage zu versenden.

Die Reaktion auf Ihr Ansuchen könnte beim Empfänger - das kann etwa ein Drogeriemarkt, Versandhaus oder Baumarkt sein - Erstaunen oder Ratlosigkeit hervorrufen (siehe Infobox zu Überprüfungsergebnissen). Oftmals besteht bei den Herstellern und Vertreibern noch Unwissenheit über deren Verpflichtungen. Sie können sich allerdings auf Artikel 33 (2) der REACH-Verordnung berufen.

 

Indem Sie nachfragen, zeigen Sie den zuständigen Unternehmen Ihr Interesse an sicheren Produkten, die keine gesundheits- oder umweltschädlichen Inhaltsstoffe beinhalten.

Was muss Ihnen mitgeteilt werden?

Dem Verbraucher müssen vom Lieferanten eines Erzeugnisses die ihm bekannten Informationen für eine sichere Verwendung des Produktes zur Verfügung gestellt werden, mindestens aber der Name des betreffenden Stoffes (über den um Auskunft ersucht wurde).

Erfahrungen über Ergebnisse einer Anfrage

Stoffe der Kandidatenliste haben entweder krebserzeugende, die Fortpflanzung schädigende oder erbgutverändernde Eigenschaften oder sind besonders giftig, langlebig und biologisch schwer abbaubar. Der Informationsfluss über diese Stoffe bildet eine wichtige Voraussetzung für den sicheren Umgang mit gefährlichen Produkten. Das funktioniert aber nur, wenn der Handel seinen Auskunftspflichten auch nachkommt. Eine informierte Öffentlichkeit kann durch ihr Kaufverhalten bei den Herstellern der Erzeugnisse auch bewirken, dass sie gefährliche Produkte vom Markt nehmen.

 

Das Lebensministerium hat als die für REACH zuständige Stelle besonderes Interesse an der effizienten und zweckgerichteten Anwendung dieser REACH-Bestimmung und ist bemüht, Erfahrungen im Zusammenhang mit der Umsetzung dieser Informationsverpflichtung zu erhalten. Diese können z.B. bei der Entwicklung von Vollzugsprogrammen berücksichtigt werden. Das Lebensministerium lädt Sie dazu ein, Ihre Erfahrungen mit der Informationsverpflichtung sowie damit zusammenhängende Anregungen per E-Mail dem Österreichischen REACH-Helpdesk unter Angabe des Kennwortes „SVHC“ mitzuteilen.

Infobox

Über die Kandidatenliste

Über die Kandidatenliste

Zur aktuellen Kandidatenliste

Zur aktuellen Kandidatenliste

Download

Musterbrief [PDF, 11.2KB]

Zum Online-Formular für Anfragen

Zum Online-Formular für Anfragen

Kontakt: Österreichischer REACH-Helpdesk

Kontakt: Österreichischer REACH-Helpdesk

Daten

Video

Letzte Änderung: 22.03.2016